„Chaos“ als verbindende Kraft für spontane lebendige generationenübergreifende Begegnungen

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Als verbindendes Element zwischen Kita-Kindern der Heureka und Demenzkranken nutzen die Märchenstunden im Pflegewohnheim Alt-Treptow das spontane Zusammenspiel beider Gruppen. Das Projekt Märchen als Türöffner erlaubt Kindern und Senioren, im ‚Chaos‘ des Moments Neugier und Empfindungen frei auszudrücken. Initiiert durch Birgit Hägele und begleitet von der Alice Salomon Hochschule forscht man zu Zugangsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz. Die Unionhilfswerk-Förderstiftung ermöglicht die regelmäßige Durchführung, konstruktiv unterstützt durch Mitarbeitende, Erzieher und Angehörige.

Helle Atmosphäre ermöglicht wertschätzende Begegnungen von Jung und Alt

Generationenzauber im Pflegewohnheim (Foto: Unionhilfswerk)

Generationenzauber im Pflegewohnheim (Foto: Unionhilfswerk)

Monatlich lädt das Pflegewohnheim Alt-Treptow Kinder der Kita Heureka und Senioren mit Demenz zu einer interaktiven Begegnung ein. In einem hellen Raum treffen Lebensfreude und Neugier auf Erinnerungen und kindliche Unbeschwertheit. Herzliches Lachen erklingt, neugierige Fragen fliegen hin und her, während Generationen spielerisch Gemeinsamkeiten entdecken. Diese lebendig gestaltete Zusammenkunft fördert Empathie, Vertrauen und stärkt soziale Bindungen. Sie zeigt, wie wertvoll regelmäßige, inspirierende Formate für Teilhabe und Achtsamkeit im Alltag sind.

Kreative Märchenstunden stärken Verbundenheit zwischen Kindern und Demenzkranken nachhaltig

Aus persönlicher Betroffenheit heraus entwarf die Geschichtenerzählerin Birgit Hägele das interaktive Konzept ‚Märchen als Türöffner‘. Im Fokus stand, wie traditionelle Erzählkunst emotionale Verbindungen zu Menschen mit Demenz aufrechterhält, obwohl Gedächtnisinhalte fehlen. Die Fachpublikation ‚Menschen mit Demenz durch Kunst und Kreativität aktivieren‘ der Alice Salomon Hochschule dokumentierte ihre Erkenntnisse. Darauf basierend initiierte Petra Clasen die Zusammenarbeit zwischen der Kindertagesstätte Heureka und dem Altenpflegeheim Alt-Treptow um generationenübergreifende Begegnungen kontinuierlich positiv zu fördern.

Eltern ermöglichen, Erzieher begleiten Kinder bei Märchenstunden mit Senioren

Durch die Koordination von Elisabeth Pelka und ihrem Team aus dem Heimsozialdienst wird die Märchenstunde zum fixen monatlichen Programmpunkt. Sie legt Termine mit der Kita Heureka fest, richtet den Raum altersgerecht ein und informiert Familien über Vorbereitung und Ablauf. Erzieherinnen und Erzieher sorgen für kindgerechte Begleitung, Eltern fördern die Teilnahme, während Pflegekräfte älteren Gästen zur Seite stehen. Dieses verlässliche Netzwerk garantiert Kontinuität, Wärme und einen reibungslosen Ablauf jedes Treffens.

Gemeinsame Erlebniswelt entsteht durch Neugier und impulsives Reagieren intensiv

In diesem Rahmen begegnen sich Kinder und ältere Menschen mit Demenz ohne vorgegebene Regeln, was Raum für spontane Interaktion schafft. Ihre jeweils unvorhersehbaren Verhaltensweisen verschmelzen zu einem gemeinsamen kreativen Fluss, bei dem scheinbares Durcheinander zum verbindenden Erlebnis wird. Leistungsorientierte Erwartungen treten in den Hintergrund, sodass unbeschwerte Anteilnahme möglich ist. Diese Offenheit fördert Selbstbewusstsein und Mitgefühl gleichermaßen. Ungezwungene Begegnungen entwickeln sich zu beständigen Quellen positiver emotionaler Erfahrungen für alle Beteiligten regelmäßig.

Gemeinsam gesungenes Frühlingslied leitet feierliche Märchentüröffnung mit Schlüsselritual ein

Der Morgen in der Gruppe beginnt mit einem farbenfrohen Plakat, das die Kinder zum Froschkönig gestaltet haben und das die Senioren im Dialog erraten. Darauf folgt ein gemeinsames Frühlingslied in sanfter Melodie, das allen Teilnehmern Gänsehaut bereitet. Anschließend präsentiert Birgit Hägele den goldenen Schlüssel als zentrales Ritualobjekt, um die symbolische Märchentür zu entriegeln. Dann sprechen alle mit gespielter Ernsthaftigkeit „Es war einmal ?“ und begleiten die Erzählung mit synchronen Armbewegungen.

Kurz erlebte Augenblicke fördern Würde, Empathie und verbindendes Miteinander

Mit Feingefühl reagiert Birgit Hägele spontan auf Fragen und Stimmungsschwankungen im Raum, bindet unerwartete Beiträge ein und gestattet jenen Augenblicken Raum, die besondere Nähe erzeugen. So entdecken Kinder ältere Menschen als humorvolle, würdige Begleiter, während Senioren Wertschätzung erleben und Erinnerungsimpulse wachgerufen werden. Diese Begegnungen fördern Empathie, Respekt und einen natürlichen Umgang mit Alter und Krankheit auf spielerische Weise. Das Ergebnis ist eine bereichernde, gemeinsame Reise für beide Generationen dynamische Entwicklung.

Materialien und Begleitungen finanziert, echte Begegnungen stehen im Projektfokus

Durch die finanzielle Förderung der Unionhilfswerk-Förderstiftung können Materialien und Begleitservice für die monatlichen Erzählstunden bereitgestellt werden. Regelmäßige Besuche wären ohne diese Absicherung nicht realisierbar, da Planung und Kontinuität stark gefährdet wären. Wesentlich ist jedoch nicht allein das Budget, sondern der gemeinschaftliche Einsatz von Mitarbeiter, Familien und Ehrenamtlichen, die durch echte Begegnungen Generationen verbinden, Empathie fördern und Sinn stiften. Auf diese Weise entsteht ein respektvolles Miteinander, das intensiv erfahrbar und nachhaltig wirkt.

Während der Märchenrunden reagieren Erzählerin und Helfer flexibel auf Impulse aus dem Publikum und lassen spontane Beiträge zu. Kinder erleben alte Menschen als humorvolle Persönlichkeiten mit Würde, Senioren spüren Wertschätzung. Die dynamische Gestaltung fördert kreative Beteiligung, regt Erinnerungen an und sensibilisiert beide Gruppen für die Perspektive des anderen. Pädagogisches Fachwissen, organisatorisches Management und finanzielle Ausstattung gewährleisten einen verlässlichen Ablauf. So entstehen nachhaltige Lernimpulse, die Empathie stärken und den Alltag aufwerten.

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